Bevor du auch nur eine Schutzhülle kaufst, lohnt sich ein Blick auf die Physik dahinter. Wasser dehnt sich beim Gefrieren um rund neun Prozent aus. Sitzt diese Nässe in einer Holzpore, in einem Schraubkanal oder im winzigen Spalt zwischen zwei Geflechtsträngen, dann arbeitet der Frost wie ein Keil von innen. Genau deshalb sehen viele Möbel im April aus, als hätten sie zehn Jahre auf dem Buckel, obwohl sie erst eine Saison alt sind.
Die Verbraucherzentrale weist in ihren Hinweisen zur Möbelpflege darauf hin, dass stehende Nässe und mangelnde Belüftung die häufigsten Ursachen für Materialschäden an Außenmöbeln sind, nicht die niedrige Temperatur selbst. Das deckt sich mit dem, was man an eingelagerten Stücken beobachtet: Ein Stuhl, der trocken und luftig im Gartenhaus steht, kommt auch bei minus fünfzehn Grad unbeschadet durch. Ein baugleicher Stuhl, der unter einer dichten Plastikplane schwitzt, schimmelt selbst bei milden Wintern.
Daraus folgt die wichtigste Regel der ganzen Saison. Alles, was du einlagerst oder abdeckst, muss vorher komplett trocken sein. Ein Möbelstück, das du an einem nassen Novembertag unter eine Hülle ziehst, schließt die Feuchtigkeit ein, statt sie auszusperren. Plane also einen trockenen Tag ein, reinige die Möbel, lass sie ein paar Stunden an der Luft ablüften und packe sie erst dann weg. Eine geschlossene Box mit feuchten Polstern ist schlimmer als gar keine Box.
Und noch ein Punkt, den fast jeder unterschätzt. Der Boden ist die feuchteste Zone überhaupt. Holz, das direkt auf nassen Terrassenplatten oder im Rasen steht, zieht über die Standflächen Wasser nach oben wie ein Docht. Ein paar Holzleisten, Klötze oder Stelzfüße unter den Beinen kosten nichts und lösen das Problem fast vollständig.