Polyrattan vergrünt durch Algen und Sporen, die sich an feuchten, schattigen Stellen ansiedeln, und vergraut durch UV-Strahlung in Kombination mit einem feinen Staubfilm. Echtes UV-stabilisiertes Polyethylen widersteht beidem lange, billiges PVC-Geflecht altert schneller. Stehende Feuchtigkeit ist die Hauptursache, nicht mangelnde Reinigung.
Bevor du zur Bürste greifst, lohnt der Blick auf zwei sehr verschiedene Probleme, die gern verwechselt werden. Das eine ist Grünbelag, das andere ist Vergrauung, und beide haben unterschiedliche Ursachen.
Grünbelag ist organisch. An Stellen, die selten abtrocknen, also unter Sitzkissen, an Nordseiten und in den Vertiefungen des Geflechts, siedeln sich Algen und Pilzsporen an. Sie brauchen kaum mehr als Feuchtigkeit und Schatten. Das Umweltbundesamt beschreibt Algen- und Pilzbewuchs an Fassaden und Außenflächen als Folge dauerhafter Feuchtigkeit, die genau dort entsteht, wo Wasser nicht abtrocknen kann. Auf einer Lounge-Ecke ist das Prinzip dasselbe. Wer den Belag wegbürstet, aber die Feuchtigkeit lässt, hat ihn im nächsten Sommer wieder.
Vergrauung ist physikalisch. UV-Strahlung greift mit den Jahren die oberste Schicht des Kunststoffs an, die Farbe wirkt matt und der typische Glanz verschwindet. Dazu legt sich Feinstaub und Pollen in die aufgeraute Oberfläche. Echtes Polyethylen-Geflecht ist in der Regel UV-stabilisiert und hält diesem Prozess lange stand. Bei günstiger Ware aus PVC geht es schneller, das Material wird zusätzlich spröde und kann an belasteten Strängen brechen.
Die praktische Folge dieser Unterscheidung ist einfach. Grünbelag bekämpfst du mit Reinigung und vor allem mit Trockenheit. Vergrauung lässt sich durch Reinigung mildern, aber nicht rückgängig machen, hier hilft nur ein Pflegemittel, das einen neuen Schutzfilm legt. Bevor du also eine Methode wählst, schau genau hin, ob du es mit grün oder mit grau zu tun hast.